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Wie Technologien den Einzelhandel formten

By Felicia Flemming | 28 Oktober 2021
Historic Department Store in Germany, 19th century

Ein Einkaufszentrum im Deutschland des 19. Jahrhunderts – hier wurde das Einkaufen zur sinnlichen Erfahrung.

Den Einzelhandel, wie wir ihn kennen, gibt es schon seit Jahrtausenden. Doch im Laufe der Zeit haben sich sich das Einkaufsverhalten, die Erwartungen und Ansprüche der Kunden kontinuierlich geändert, getrieben von technologischen Entwicklungen. Wir blicken zurück zu den größten Errungenschaften und Treibern im Einzelhandel. Denn wer diese Muster rechtzeitig erkennt und für sich nutzt, dem wird ein nachhaltiges Wachstum gelingen.

Die Rolle der Elektrizität und der Registrierkasse im modernen Einzelhandel

Den Beginn des modernen Einzelhandels kann man auf das 18. Jahrhundert datieren und lässt sich besonders gut in den Vereinigten Staaten von Amerika erkennen. Durch die Expansion entstanden neue Städte und Siedlungen, und mit ihnen gründeten sich auch eine Fülle von kleinen, unabhängigen Familienbetrieben, die von Lebensmitteln bis hin zu Medikamenten alles verkauften.

Als jedoch Mitte des 19. Jahrhunderts die großen Bevölkerungszentren rasch wuchsen und Innovationen in den Bereichen Verkehr und Elektrizität für bahnbrechende Veränderungen sorgten, trugen sowohl die sich rasch verändernden europäischen als auch US-amerikanischen Städte zum Umbruch im Einzelhandel bei. So entstand Ende des 19. Jahrhunderts als Folge dieses städtischen Wandels im Zentrum von Paris das erste Kaufhaus, das Le Bon Marché des Franzosen Aristide Boucicaut.

Im Gegensatz zu den kleinen Geschäften, die in der Goldgräberzeit weit verbreitet waren, konnten die Kunden in Europa nun eine breite Palette von Waren und Dienstleistungen unter einem Dach finden. Aber diese Kaufhäuser verkauften nicht nur Waren, sondern machten durch Vorführungen und Unterhaltungsangebote das Einkaufen zu einem Erlebnis. Schon bald tauchten in den Großstädten weltbekannte Namen auf, die uns bis heute vertraut sind. Namen wie Harrods, Macy’s und Sears.

Etwa zur gleichen Zeit wurde die Registrierkasse erfunden – und diese war weit mehr als ein Gerät zur Aufbewahrung von Geldscheinen und Münzen. Dank ihr konnten Unternehmen nun wesentlich einfacher ermitteln, ob sie Gewinn oder Verlust machten. Heute ist die Registrierkasse ein hoch entwickelter, vernetzter Knotenpunkt, der den Einzelhandel weiterhin vorantreibt.

Eine Transportrevolution für Menschen und Waren

Dann kam das Automobil, und mit ihm eröffneten sich neue Möglichkeiten sowohl für das Einkaufen als auch das Leben außerhalb der Stadt. Ein Trend, an den sich die Einzelhändler schnell anpassten. In der Mitte des 20. Jahrhunderts, als der Anteil der Autobesitzer kontinuierlich stieg, entstanden damit die Einkaufszentren. Jene großen “One-Stop-Shops” boten alles, was das Herz begehrt,  unter einem Dach an.

Schon vor der Einführung des Autos ermöglichten andere Transportmittel neue Formen des Warenverkaufs. Denn mit der Fertigstellung des kontinentalen Eisenbahnnetzes entwickelte sich der Versandhandel mit Waren des täglichen Bedarfs. Laut Britannica trugen insbesondere drei Neuerungen zur Expansion des Versandhandels bei: Die Möglichkeit, eine Vielzahl von Waren zu vergleichsweise niedrigen Preisen an Landwirte zu verkaufen; eine Posttarifstruktur, die die Verbreitung von Versandhandelszeitungen und Katalogen förderte, sowie die Einführung des Paketpostsystems im Jahr 1913.

Das Internet und der Aufstieg des elektronischen Handels

Dennoch blieb das Konzept des stationären Handels relativ unangefochten, bis vor nicht allzu langer Zeit das Internet ein neues Goldenes Zeitalter des Einkaufens einläutete.

Unternehmen wie Amazon haben die Einzelhandelslandschaft in 25 Jahren mehr verändert als alles andere in den letzten Jahrhunderten. Mit einem Mausklick kann man sich heute von einem Paar Schuhe bis hin zu einem neuen Fernseher alles nach Hause liefern lassen, in vielen Fällen noch am selben Tag. Einem kürzlich erschienenen Bericht zufolge ist es also kaum verwunderlich, dass 96% der US-Amerikaner heutzutage online einkaufen, während nur 65% des Einkaufsbudgets in Geschäften ausgegeben wird. Vor nicht allzu langer Zeit kauften unsere Vorfahren noch auf Märkten ein, heute erledigen 43% der Menschen ihre Einkäufe vom Bett aus.

Aber so großartig es auch ist, das Shopping-Glücksgefühl erleben zu können, ohne dafür das Haus zu verlassen – die Freude am Stöbern, am Anfassen und an der Interaktion mit den Waren hat abgenommen. Der soziale Aspekt des Einkaufens ist beim E-Commerce verloren gegangen. Aus diesem Grund erleben wir vor allem in Kleinstädten einen wachsenden Trend zum lokalen Handel; ein Trend, der immer stärker wird, da die Menschen immer nachhaltigere Entscheidungen treffen möchten.

Retail Analytics und Big Data eröffnen neue Möglichkeiten

Wie wir im Laufe der Geschichte gesehen haben, prägten entscheidende Erfindungen, Trends und Konsumgewohnheiten den Einzelhandel, und sie werden es auch weiterhin tun: Als Gesellschaft haben wir heute Zugang zu mehr Daten, als wir je für möglich gehalten hätten. Und die Aufgabe ist nun, sie gewinnbringend zu nutzen.

Im Einzelhandel helfen Retail Analytics, Wirkungszusammenhänge auf Basis relevanter Daten zu verstehen. Hierzu schreibt Britannica: “Unter Retail Analytics versteht man den Prozess der Nutzung von Big Data zur Optimierung der Preisgestaltung, der Lieferkette und zur Verbesserung der Kundenloyalität. Big-Data-Analysen im Einzelhandel ermöglichen es Unternehmen, Kundenempfehlungen auf der Grundlage ihrer Kaufhistorie zu erstellen, was zu personalisierten Einkaufserlebnissen und verbessertem Kundenservice führt. Diese riesigen Datensätze helfen auch bei der Vorhersage von Trends und beim Treffen strategischer Entscheidungen auf der Grundlage von Marktanalysen.“

Erfolgreiche Einzelhändler nutzen heute Retail Analytics, um zu verstehen, wie sich die Nachfrage nach ihren Produkten im Laufe der Zeit und an verschiedenen Orten verändert. Wenn sie ihre Modelle um Kundendaten ergänzen, können sie herausfinden, wie sie die Konsumenten dort erreichen können, wo sie sich aufhalten, und ihr Produktsortiment auf der Grundlage von Angebot und Nachfrage besser planen.

Standorte und Gebiete spielen eine entscheidende Rolle für den Erfolg jedes stationären Geschäfts. Geomarketing verknüpft standortbezogene Geschäftsdaten mit Informationen über regionale Märkte, wertet sie aus und leitet Zusammenhänge ab. Auf diese Weise ermöglicht Geomarketing den Unternehmen, Risiken und Potenziale abzuwägen und so schnell Entscheidungen zu treffen.

Doch dies ist erst der Anfang. Erfahren Sie, wie Targomo Ihnen mit Location Intelligence helfen kann, bessere Geschäftsentscheidungen zu treffen und die nächste Disruption im Einzelhandel für sich zu nutzen.

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