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Einzelhandel: Wie die Pandemie Einkaufszentren und Innenstädte verändert

By Gilbert Kreijger | 14 Juni 2021
Retail in malls and inner cities: People walking in a shopping street.

Rückkehr zur Normalität – oder etwa nicht?

Der Ausbruch des Coronavirus hat die Rolle von Einkaufszentren und innerstädtischen Einkaufsbereichen grundlegend verändert. Samuel Vogel, Inhaber der Einzelhandels- und Immobilienberatungsfirma The Bird, führt uns durch die Veränderungen, die den Einzelhandelsmarkt betreffen, von zunehmend lokalem Einkaufen bis hin zur Diversifizierung der Mieter eines Einkaufszentrums.

In vielen europäischen Ländern durften die Geschäfte wieder öffnen, aber die geringere Passantenfrequenz ist in Top-Einzelhandelslagen wie Einkaufszentren und Innenstädten immer noch sehr spürbar. Samuel, der Unternehmen bei Expansions- und Immobilienstrategien berät, sieht darin die größte Herausforderung für Einzelhändler in Top-Lagen.

Große Ketten stoppen den Zuzug in Innenstädte

“Wenn wir keine verlässlichen Daten zur Passantenfrequenz haben, ist es schwierig, die Attraktivität eines Standorts zu bestimmen. Die Mietpreise sind deutlich gesunken”, sagt Samuel in einem Video-Interview mit Targomo. “Ich denke, in einem halben Jahr können wir wirklich sehen, welche Auswirkungen die Pandemie auf die Einzelhändler in den Innenstädten haben wird. Welche können überleben, und welche werden das Handtuch werfen?”

Die Laufkundschaft in den Innenstädten hat so sehr gelitten, dass in Deutschland selbst große Ketten wie Drogeriemärkte wie DM oder Rossmann und Supermärkte wie Rewe, Aldi oder Alnatura ihre Expansionspläne in diesen Top-Lagen verlangsamt oder gestoppt haben, beobachtet Samuel. Vor der Pandemie hatte er noch einen Trend ausgemacht, dass diese Ketten in die Zentren der Städte ziehen.

Sehen Sie hier das ganze Interview in voller Länge:

Samuel Vogel berät Kunden wie den Einkaufszentrumsbetreiber Unibail-Rodamco-Westfield und den Tresor-Anbieter Trisor. Er war bereits für mehrere andere Einzelhändler tätig, darunter VIU Eyewear und die Bäckereikette Zeit für Brot.

Ein guter Zeitpunkt zum Expandieren

Auf der für ihn positiven Seite sieht er den aktuellen Markt als einen idealen Zeitpunkt für Unternehmen, zu expandieren oder in Top-Lagen umzuziehen. “Ich denke und hoffe, dass wir etwas mehr Abwechslung in den innerstädtischen Bereichen bekommen werden. Kleinere Player, die bisher in B- oder C-Gebieten angesiedelt waren, haben jetzt eine bessere Chance, in A-Lagen zu ziehen, einfach weil sie es sich leisten können.”

Er hat beobachtet, dass die Mietpreise in Top-Lagen um bis zu 35 Prozent gesunken sind und dass einige Einzelhändler sich entschlossen haben, in eine benachbarte Lage umzuziehen, um von den niedrigeren Mieten zu profitieren.

Einkaufszentren vielfältiger gestalten

Neben den Innenstädten haben auch die Einkaufszentren unter der Pandemie gelitten, da die Verbraucher lokale, im Freien gelegene Geschäfte bevorzugten. Indoor-Einkaufszentren würden voraussichtlich von neuen und anderen Mietern profitieren, um attraktiv zu bleiben, so Samuel. “Einige Einkaufszentren werden Einzelhandelsflächen umfunktionieren müssen. Es würde vielleicht helfen, wenn sie eine große Arztpraxis oder andere Nutzungskonzepte unterbringen, um wieder attraktiv zu werden bzw. attraktiv zu bleiben.”

Delivery Hubs als neue Konzepte

Ein dritter Einzelhandelstrend, der dem Expansionsmanager auffällt, ist das Aufkommen von Instant-Delivery-Unternehmen, die Mikro-Fulfillment-Center in den Städten betreiben. Beispiele sind Startups wie die Lebensmittellieferanten Gorillas, Weezy oder Flink, die rasant expandieren.

“Flink, Gorillas und Co. sind Unternehmen, die nicht darauf aus sind, Top-Lagen in Innenstädten zu mieten. Stattdessen wollen sie ihre etwa 200 bis 300 Quadratmeter großen Logistik-Hubs in den Vierteln ansiedeln, in denen die Menschen leben. So können sie ihre Kunden extrem schnell erreichen. Das hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf innerstädtische Standorte.”

Über The Bird

Samuel Vogel gründete das Beratungsunternehmen The Bird in Berlin im Jahr 2020 nach einer jahrzehntelangen Karriere im Einzelhandel. Er verfügt über ein umfangreiches Netzwerk in der Einzelhandels- und Immobilienbranche in Deutschland und im Ausland. Er unterstützt Einzelhändler und andere Unternehmen mit B2C-Fokus bei der Suche nach dem richtigen Standort und der richtigen Verkaufsfläche. Er berät bzw. hat eine Vielzahl von Kunden beraten, wie z.B. die Shopping Mall Gruppe Unibail-Rodamco-Westfield, das Tresorfachunternehmen Trisor, die Drogeriemarktkette DM, VIU Eyewear und die Bäckerei Zeit für Brot. Mehr Infos: the-bird.de

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